Die Rotbuche – die Standhafte

Botanisches:
Etwa um 500 v. Chr. löste die Buche infolge einer Klimaabkühlung die bis dato vorherrschende Eiche als dominierenden Baum in den Mischwäldern Europas ab. In den feuchten Niederungen herrschte ab sofort die Buche, während die Eiche sich in trockenere Lagen zurückzog. Das war bisher auch das letzte Mal, dass die Natur selbst so eine Veränderung des Baumbestandes hervorgebracht hat. Die heutigen Mischwälder sind allesamt die Folge der Forstwirtschaft. Die mitteleuropäische Rotbuche mit botanischem Namen „Fagus sylvatica“ wird gut 30 Meter hoch und kann schon mal 300 Jahre alt werden. Sie ist bis zum 60. Breitengrad im Norden und weit in die russische Tiefebene hinein anzutreffen. Ihre Früchte nennt man Bucheckern. Dabei handelt es sich um längliche, beinahe dreikantige Nüsse. Ab Anfang Oktober öffnet sich die Fruchthülle und offenbart den nussigen Kern, der fast zur Hälfte aus Öl besteht. Die Bucheckern waren der Grund, warum die Bauern ihre Schweine früher auf die Waldweide führten. Auch viele Kleintiere des Waldes ernähren sich davon.

Charakter:
Die Buche hat eine wunderschöne Krone. Dementsprechend viel Platz braucht sie auch. Eine Buche lässt sich nicht drängen, sie will sich ausbreiten! Diese Eigenschaften sind auch bei jenen Menschen zu finden, die am Tag der Buche (22. Dezember) geboren sind. Buche-Menschen handeln meist überlegt, manchmal auch mit einer Vorsicht, die an Misstrauen grenzt. Bei jeder neuen Bekanntschaft wird zunächst einmal Distanz gewahrt, bis die ehrlichen Absichten des Gegenübers eindeutig hervortreten. Die Buche-Geborenen verfügen über Standhaftigkeit und einen sehr starken Willen. Geplante Entwicklungen verlaufen meist exakt in ihrem Sinne.

Mythologie:
Der 22. Dezember ist der Tag nach der Wintersonnenwende. Die tiefste Dunkelheit ist überwunden und alle Wesen beginnen wieder auf die Sonne zu hoffen. Dies hat tiefe mystische Bedeutung. Die Buche steht für den Prozess der Wiedergeburt. Die Ähnlichkeit zwischen dem Wort „Buche“ und „Bücher“ ist kein sprachlicher Zufall. Nicht nur, dass Gutenberg seine ersten beweglichen Lettern aus Buchenholz schnitt, auch die Buchstaben des Runenalphabets wurden in Buchenstäbchen geritzt. Das Wort „Rune“ kommt übrigens von „raunen“, also der Sprechweise, in welcher man Geheimnisse weitergibt.

Heilendes:
In der Heilkunde findet die Buche nur wenig Anwendung. Unter dem Namen „Beech“ ist sie als Bachblüte ein Begriff. Die Essenzen aus der Buche wirken antibakteriell und fiebersenkend.

Verarbeitung:
Das helle, rötliche Holz ist eines der wichtigsten Harthölzer für Tischler, Wagner und Drechsler. Es ist ebenmäßig mit dezenter Maserung und lässt sich hervorragend bearbeiten. Möbel aus Buchenholz sind sehr robust.

Texte aus:
„Lebensbäume“ von Manfred Neuhold, ISBN: 978-3902016522,
Link zu Amazon: http://www.amazon.de/Lebensb%C3%A4ume-Manfred-Neuhold/dp/3902016523/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1346062744&sr=8-3
Bäume erkennen und bestimmen von Bruno P.Kremer, ISBN: 978-3800142651
Link zu Amazon: http://www.amazon.de/Steinbachs-Naturf%C3%BChrer-B%C3%A4ume-Erkennen-bestimmen/dp/3800142651/ref=sr_1_20?s=books&ie=UTF8&qid=1346062850&sr=1-20

Bildquelle: Original book source: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany

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